Mit dem Schamanen von Bribrí auf Entdeckungstour

Schon als wir uns nach der Canopy Tour erkundet haben, ist uns eine Schokoladen-Tour ins Auge gefallen. Deshalb haben wir uns für den 25.10. zwei Tickets nach Bribrí gekauft, wo eine ansässige Familie auf einem uralten Hof Kakao anbaut und selbt Schokolade herstellt. Uns wurde vom Veranstalter versichert, wir würden in Bribrí um 12.50Uhr an der Bushaltestelle abgeholt und zum Hof gebracht werden. Als nach 25 Minuten immer noch niemand aufgetaucht war, haben wir Leute auf der Straße nach Mainor, dem Mann, der uns eigentlich abholen sollte, gefragt. Es wurde telefoniert, viel gestikuliert und am Ende sollten wir in einen Pick-Up steigen, der uns angeblich zur Kakaoplantage bringt. Nachdem wir darauf bestanden haben, mit dem Besitzer des Hofes zu telefonieren und uns so abzusichern, dass wir auch wirklich dort ankommen, wo wir hin wollen, ging dann auch endlich alles klar. Mit knapp 45 Minuten Verspätung kamen wir auf dem Hof an, wo wir gleich von Luíz in die Geschichte der Schokolade eingeführt wurden. Außerdem hat er uns noch einige Aspekte zur allgemeinen Herstellung von Schokolade erzählt, bevor uns die Oma vorgeführt hat, wie man auf traditionelle Weise getrocknete Kakaobohnen mahlt, das Pulver mit heißem Wasser vermischt und zu Schokolade verknetet.

Da Luíz so etwas wie der selbsternannte Dorfschamane ist, hat er den Weg des Kakaos kurz verlassen und uns durch seinen Kräutergarten geführt. Vorher durften wir aber noch seinen selbstgebauten Bogen ausprobieren. Gar nicht so einfach, überhaupt den Pfeil mit der Sehne zu spannen, ohne dass uns alles aus der Hand gefalllen ist.


Auf Luíz' Rundgang durch den Garten durften wir an jeder Pflanze riechen, sie lutschen, kauen oder was auch sonst man damit machen konnte und ihre Wirkungen am eigenen Leib austesten.

Sieht gruselig aus, tat auch weh, hat aber geholfen: Alenas Muskelkater vom Canopy war danach weg.
Sieht gruselig aus, tat auch weh, hat aber geholfen: Alenas Muskelkater vom Canopy war danach weg.

"Glaubt ihr ein bisschen an Magie?", fragte Luíz auf einmal. Wir haben uns angeschaut und etwas zögerlich mit einem "Sííí, depende" (Ja, kommt darauf an) geantwortet. Er hat uns je ein grünes, normal aussehendes Blatt in die Hand gedrückt, das wir uns genau anschauen sollten. Die Blätter tauschen durften wir auch nicht. "Sagt mir jeweils eine Farbe, die euch gefällt". Kristina entschied sich für Rot, Alena für Blau. Ah, rot wie das Abenteuer und die Leidenschaft, blau wie die Weite des Himmels und die Ruhe, erklärte Luíz. Daraufhin hat er uns die Blätter aus der Hand genommen, sie mit blankem Wasser bestrichen, bis zum Maximum gefaltet und uns zurück gegeben. Wir dürften auf KEINEN Fall innerhalb der nächsten Minuten unsere Fäuste mit den Blättern öffnen, sonst verwandle sich das Blatt in einen Skorpion oder eine Spinne! "Und wenn ihr das Gefühl habt, in eurer Hand bewegt sich etwas, lasst sie trotzdem zur Faust geballt." Ahja. Die Führung durch die Heilpflanzenwelt ging weiter, wir durften noch mehr schmecken und fühlen, bis Luíz und anwies, unsere Hände jetzt zu öffnen. "Aber vorher", und dabei schaute er uns tief in die Augen, "sag ich euch, dass die Farben genau andersherum sein werden...". Als wir dann auf unsere Handflächen schauten, war Kristinas tatsächlich blau, Alenas rot gefärbt. Ja, das hätte er schon am Anfang in unseren Augen gesehen, welche Farbe bei wem entstehen würde.  

War da wirklich Magie im Spiel? ...
War da wirklich Magie im Spiel? ...

Bis heute sind wir ein bisschen perplex und fragen uns, was wohl passiert wäre, wenn wir lachsrot oder fliederfarben gesagt hätten...

Zum Abschluss der Führung hat Luíz uns zwei Armbänder aus bestimmten Palmenblättern gefertigt und sie mit den Symbolfarben für Glück und Gesundheit (rot und gelb) gefärbt. Jetzt trägt jede von uns ein schmales Armband, das hoffentlich in Zukunft seine Wirkung zeigt ;)


Nach zwei Stunden und einem mittlerweile recht bunten Körper (Luíz hat uns später auch noch Lippen und Wangen mit Farben aus roten Früchten geschminkt) durften wir dann endlich die Schokolade probieren, die auf dem Hof hergestellt wird. Zu der Paste aus gemahlenen Kakaobohnen und heißem Wasser hat die Familie Zutaten wir Vanille, Orange, Erdnüsse und sogar Salz hinzugefügt und damit verschiedene Geschmacksrichtungen erzeugt. Wir waren hin und weg! Als dann auch noch die heiße Schokolade serviert wurde, fühlten wir uns wie im siebten Himmel. Einfach soooooo lecker!  

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