Mal schnell über die Grenze...

Am 21.10. haben wir uns von Bocas del Toro verabschiedet und endlich den Weg nach Costa Rica angetreten. Allerdings wollten wir uns nicht ein teures Shuttle-Ticket für 25$ kaufen. Deshalb haben wir uns auf eigene Faust durchgeschlagen: Von der Insel Colón ging es mit dem Boot (hach, das Bootfahren werden wir vermissen) auf's Festland nach Almirante. Dort fuhr eine viertel Stunde später ein Bus nach Changuinola, von wo es mit einem ausrangierten, amerikanischen Schulbus bis zur Grenze Panama/Costa Rica weiter ging. Hier werden übrigens die Bananen angebaut, die mit dem bekannten blauen Etikett in die ganze Welt verschifft werden: Chiquita.


Wir wurden irgendwo auf einem Schotterparkplatz raus gelassen und mussten uns dann erst mal den Ausreisestempel von Panama besorgen. Nachdem das erledigt war, haben wir in einem kleinen Verschlag je 3$ Einreisegebühr für Costa Rica bezahlt, bevor wir über eine halb zerfallene, aus sehr frühen Zeiten stammende Holzbrücke über einen Fluss - die Grenze - ins andere Land gelaufen sind.  

Nach einer Wartestunde am Busbahnhof von Sixaola sind wir als einzige Fahrgäste in den letzten Bus bis zu unserem Ziel Puerto Viejo eingestiegen. Auch hier haben uns wieder eineinhalb Stunden Holperpiste und ungemütliche Sitze erwartet, aber letztendlich haben wir so die authentische Weise gewählt, von Panama nach Costa Rica zu reisen und zudem nur knapp die Hälfte dessen gezahlt, was das Shuttle gekostet hätte.  


Wie immer hatten wir auch in Puerto Viejo keine Unterkunft reserviert. Bisher hat es immer super geklappt, dass wir einfach drauf los gestiefelt sind. Hier war es allerdings ein bisschen anders. Uns wurde zwar direkt nach dem Aussteigen ein Hostelzimmer für je 10$ angeboten, aber was für eins... Deshalb haben wir lieber weiter gesucht und sind letztendlich in einem Zweibettzimmer mit eigenem Bad der „Casa Rolando“ untergekommen. Auf den ersten Blick schien alles ganz nett, so mit eigener Hängematte vor der Tür und umringt von Grün. Beim Kochen in der Gemeinschaftsküche hat sich dann allerdings das wahre Gesicht der Unterkunft gezeigt: Es war dreckig, der Abfluss im Spülbecken war verstopft, sodass das Spülwasser des ganzen vergangenen Tages (oder noch länger? Wir wollten es nicht wissen...) nicht abfließen konnte, es gab weder brauchbare Töpfe noch Messer. Später ist eine Kakerlake unter unseren Betten durchgesaust und schlafen konnten wir wegen der durchgelegenen Schaumstoffunterlagen auf den Bettgestellen und bellenden Hunden auch kaum. Einzig Maria, die Vermieterin, war sehr hilfsbereit und hat uns gerne erklärt, was wir in und um Puerto Viejo alles unternehmen könnten. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, am nächsten Morgen in das Hostel Pagalú umzuziehen, in dem nun wieder Betten frei waren. Was für ein Glück, denn das ist bisher eines der schönsten und v.a. bestausgestatteten Hostels, in dem wir untergekommen sind.  

Von der Qualität der Betten konnte sich Alena gleich nach dem Umzug ein besonders genaues Bild machen, da sie schon in der Nacht mit Halsschmerzen aufgewacht ist und nun auch noch fiebrige Kopfschmerzen dazu gekommen waren. Das erste Mal auf der Reise hatten wir also einen Krankenfall. Auch sowas passiert, leider. Während sich Alena den ganzen Tag unruhig von rechts nach links und wieder zurück gedreht hat, nutzte Kristina die Zeit, um lange zu skypen und am Abend einen wunderschönen Sonnenuntergang am Strand zu genießen.

Sonnenuntergänge am Strand... Wenn auch die Sonne nicht im Meer versinkt, war er trotzdem sehr schön.


Gott sei Dank war am kommenden Tag schon wieder alles deutlich besser: Halsschmerzen deutlich weniger, dem Kopf ging es auch wieder gut, sodass wir uns – mal wieder - Fahrräder geliehen haben und einfach die Küste entlang gefahren sind, bis es uns an der Playa Grande so gut gefallen hat, dass wir abgestiegen und geblieben sind.  

Es ist wirklich faszinierend, wie oft wir ganze Strände für uns alleine haben, wenn man ansonsten zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Scharen von Backpackern trifft.


Costa Rica stellt sich jetzt schon als die tatsächlich reiche Küste heraus, was wir eindrucksvoll während unserer Radtour zu sehen bekommen haben. Es ist überall so unglaublich grün, wir sehen ständig wilde Tiere und fühlen uns nicht selten wie Alice im Wunderland, wenn wir so die Landschaft betrachten. Außerdem ist es erstaunlich, wie sauber es hier ist. Gut, das mag vielleicht an dem Örtchen Puerto Viejo liegen, recht viel mehr haben wir ja von Costa Rica bisher nicht gesehen, doch schon die Mentalität scheint eine ganz andere zu sein, als beispielsweise in Panama, wo jeder Straßenrand einer Müllhalde glich. Hier gibt es überall Müllkäfige, Eco Lodges, Slow Food Restaurants, Hinweise zum Energiesparen und sonstige Umweltinitiativen.

Zu unserem einmonatigen Unterwegssein haben wir uns schließlich heute mal ordentlich was rausgelassen: Eine Canopy Tour. Auf Deutsch übersetzt heißt das, man gleitet an Stahlseilen durch den Wald, teilweise in sehr luftigen Höhen und schwingt sich so von Plattform zu Plattform. Der Höhepunkt dieser Tour war ein Tarzan-Sprung – doch seht einfach selbst. Hier sprechen Bilder mehr als tausend Worte:

Ein paar Mal mussten wir zu Fuß zur nächsten Plattform laufen.




Am Ende durchgeschwitzt, aber glücklich :)


Kommentare: 5
  • #5

    Papa (Samstag, 01 November 2014 10:47)

    Hey, eine ZA-revival. bin richtig neidisch.... :-)
    mannoman, erst knapp über ein Monat und ihr könnt schon fliegen.

    Die Küstenbilder sind echt klasse, am liebsten würde ich jetzt auch dort baden gehen.

  • #4

    Ute (Donnerstag, 30 Oktober 2014 13:42)

    Klingt ja alles super....und schaut auch frohgelaunt und glücklich aus!!!!!

  • #3

    Reisehühner (Mittwoch, 29 Oktober 2014 04:11)

    Alica, wir sind nicht über Kopf gerutscht, das haben die uns gar nicht angeboten/gezeigt. Aber wir hatten trotzdem sehr viel Spaß :)

  • #2

    Alica (Montag, 27 Oktober 2014 16:36)

    Oooohhhh toll! Durftet ihr auch mal über Kopf rutschen? Das hab ich damals gemacht, super lustig :-)

  • #1

    Mama (Samstag, 25 Oktober 2014 16:51)

    Oh super. Das gefiele mir auch!