Boquete & Bocas del Toro

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Noch am selben Abend gönnten wir uns bei Livemusik ein fleischreiches Abendessen (Grillplatte für zwei im Restaurant neben unserem Hostel).  

Sogar mit Feuerchen in der Mitte: Unsere Grillplatte. Hmmmm!
Sogar mit Feuerchen in der Mitte: Unsere Grillplatte. Hmmmm!

Gut gestärkt ging es anschließend mit den Spaniern noch in die Zanzibar, eine Bar mit DJ, der mit Vorliebe lateinamerikanischen Reaggeton aufgelegt hat. Bei den wenigen Liedern, die eher unserem Feiergeschmack entsprachen, waren wir fast die Einzigen auf der Tanzfläche. Doch sobald wieder Reaggeton lief, konnten die Panamaer nicht mehr an sich halten und haben Merengue tanzend die Fläche zurückerobert.


Ein bisschen müde haben wir uns am nächsten Morgen aus dem Bett geschält. Um 10 Uhr ging nämlich die am Vortag gebuchte Kaffee-Tour los! Besucht haben wir die Kaffeeplantage La Milagrosa, die Wundersame, die nicht umsonst diesen Namen trägt. Gespannt haben wir den Erläuterungen unseres Guides gelauscht über sieben verschiedene Kaffeesorten, die sich auf dieser einen Plantage befanden, über den komplizierten Herstellungsprozess von der Pflanze bis zum fertig gebrühten Kaffee. Anschließend durften wir über den Einfallsreichtum des Besitzers staunen, der nämlich alle Maschinen, die er zur Verarbeitung der Kaffeebohnen benötigt, selbst aus zweckentfremdeten Dingen, wie z.B. dem Motor einer Waschmaschine oder dem Scheinwerfer eines alten Jeeps, zusammengebastelt hat. Wir hatte nicht das Gefühl, auf einer Kaffeeplantage, sondern in der Werkstatt eines Tüftlers gelandet zu sein. Zum Abschluss durften wir natürlich noch den frisch gerösteten Kaffee probieren.  

Da es am Nachmittag mal wieder regnete und ungemütlich kühl war (Boquete liegt auf ca. 1000 Höhenmetern) , nutzen wir die Zeit und skypten mal wieder mit Freunden und Familie. Was soll man auch sonst anderes machen, wenn es nur regnet, regnet, regnet...


Das ständig kühle Nass von oben brachte uns am nächsten Tag auf die Idee, die heißen Quellen von Caldera zu besuchen, die nur 40 Minuten Busfahrt und ebenfalls 40 Minuten Fußmarsch entfernt waren. Die 40-50 Grad heißen Quellen haben uns zwar sehr entspannt, aber erst nach den erfrischenden 16 Grad des nahe gelegenen Flusses hatten wir wieder genügend Energie, um uns auf den Rückweg zu machen.

Am 14.10. haben wir unsere Rucksäcke noch einmal in den KIA der Spanier geladen und es ausgenutzt, dass sie weiterhin die gleiche Route geplant hatten wie wir beide. Nach der gemeinsamen Überfahrt vom Festland (Almirante) auf die Isla Colón trennten sich allerdings unsere Wege, da wir direkt weiter auf die Isla Bastimentos übergesetzt haben. Beide Inseln sind Teil der Inselgruppe Bocas del Toro auf der Karibikseite Panamas.

Der blaue Himmel über Colón, den wir von Almirante aus sahen, ließ uns kurzzeitig auf besseres Wetter hoffen, doch wie immer war der Regen schneller am Ziel als wir. Enrique, der Besitzer unseres Hostels auf Bastimentos, hat uns jedoch versichert, dass der kommende Tag mit sonnigem Wetter aufwarten solle.

Weil es tatsächlich danach aussah, setzten wir am nächsten Morgen unseren Plan, uns an dem laut Enrique 20 Minuten Fußmarsch entfernten Wizard Beach zu sonnen, in die Tat um. Uns wurde geraten, unbedingt feste Schuhe zu tragen, da der Weg nach dem vielen Regen sehr matschig sein kann. Wir waren kaum 15 Minuten unterwegs, da fing es schon wieder an zu tröpfeln. Doch wir hatten Glück, gerade an einem unbewohnten Bungalow vorbeizukommen, auf dessen Veranda wir sogar zwei Hängematten fanden, in denen wir lesend und/oder schlafend die nächsten eineinhalb Stunden Regenschauer verbrachten.  

Als endlich die Sonne heraus kam, sind wir voller Elan weiter gewandert bis der Weg immer unkenntlicher wurde und so matschig war, dass wir mittlerweile barfuß gegangen sind. Obwohl wir an einem bewohnten Haus vorbei kamen und sogar nach dem Weg gefragt haben, erschien uns der Pfad doch schon sehr ungewöhnlich steil, verwuchert und kaum erkennbar. Wir sind trotzdem weitergelaufen, immer die Turnschuhe in der einen und die Beutel mit unseren Badesachen in der anderen Hand tragend. Irgendwann wurde aus dem Laufen mehr ein wackeliges Rutschen auf dem steilen Hang, immer tiefer in den Urwald hinein. Spätestens als wir wadentief im schlammigen Sumpf steckten, überkam uns die Angst, uns verlaufen zu haben. Alles, was uns noch hoffen ließ, doch noch am Strand anzukommen, war die immer besser hörbare Brandung. Durch einen Bach, über umgestürzte, aalglatte Bäume, kaum erkennbare Wurzeln und stechende Bodenpflanzen, die trügerisch von Blättern überdeckt waren, erkämpften wir uns unseren Weg durch den Dschungel. Und wenn wir hier schreiben „erkämpften“, dann meinen wir das auch tatsächlich so: Bei einem Sturz hat sich Krissi ihr Bein schmerzhaft gezerrt und Alena hat sich beim Waten durch den Sumpf an einer unsichtbaren Wurzel den Zehennagel hoch gebogen. Den Tränen nahe haben wir nach geschlagenen eineinhalb Stunden tatsächlich den Wizard Beach erreicht.

Fertig mit den Nerven, dreckig und k.o. am Wizard-Beach angekommen
Fertig mit den Nerven, dreckig und k.o. am Wizard-Beach angekommen

Doch statt zu entspannen und uns zu freuen, dass wir es endlich geschafft hatten, stellte sich uns nun die nächste Frage: Wie wieder zurück??? Den Höllenpfad würde keine von uns je noch einmal betreten. Wie auf einer einsamen Insel Gestrandete sind wir in der glühenden Sonne den Strand abgelaufen und haben inständig gehofft, auf andere Menschen zu treffen, die einen alternativen Rückweg kannten oder gar ein Wassertaxi organisieren konnten. Unsere Rettung war eine kleine Gruppe Badender, unter der sich auch ein Einheimischer befand. Wir hatten noch Zeit, uns kurz im Meer den Schlamm vom Körper zu waschen, bevor die Gruppe beschloss, ihren Strandtag zu beenden und wieder zurück ins Dorf zu laufen.  

Nicht einmal eine Stunde nach unserer Ankunft am Wizard Beach machten wir uns also wieder auf den Rückweg, diesmal jedoch auf den offiziellen. Dieser stellte sich zwar als ebenfalls matschig und rutschig heraus, war aber weit, weit, weit davon entfernt, so schwierig und gefährlich zu sein wie unsere Route hinwärts. Dankbar wurden wir nach nur 25 Minuten vor unser Hostel geführt, wo wir erst mal das Erlebte verdauen mussten: Wie kamen wir denn vom Weg ab, obwohl er doch anfangs sogar ausgeschildert war? Tausend „Was wäre, wenn“-Fragen, auf die wir aber lieber keine Antwort finden wollten... Oh man, der erste Tag, an dem tatsächlich die Sonne schien und was machen wir?! Eine fünfstündige, unheimliche Tour durch den Dschungel von Bastimentos. Obwohl wir natürlich heilfroh waren, dass alles so glimpflich ausgegangen ist, ärgerten wir uns aber auch sehr darüber, den sonnigen Tag regelrecht vergeudet zu haben. Die letzten Sonnenstrahlen genossen wir deshalb auf einem Bootssteg vor dem Hostel, um wenigstens ETWAS vom Tag gehabt zu haben.  

Als hätte es jemand gut mit uns gemeint, schien heute, 16.10., von morgens bis abends durchgehend die Sonne: Neuer Sonnentag, neues Strandglück. Ganz bequem und ohne jegliche Anstrengung wurden wir von einem Wassertaxi zur Isla Carenero gefahren, wo wir nach nur zwei Minuten - länger hätten wir mit den Blessuren vom Vortag auch nicht laufen können - an einem super schöner Strand ankamen (kaum Menschen, keine Wellen, Palmen, Schatten, glasklares Wasser). Nichts als sonnen und entspannen. So hatten wir uns unseren Mittelamerikaaufenthalt eigentlich von Beginn an vorgestellt.  

Das Traumwetter und dieser tolle Strand haben uns für das gestern Erlebte entschädigt, wir sind jetzt wieder guter Dinge. Zum gelungenen Abschluss des Tages gab's einen selbstgemachten Bananenshake. Lecker!

Prost, wir sind endgültig angekommen :)
Prost, wir sind endgültig angekommen :)

In den Tagen vom 17.-20.10. ist bei uns nicht viel passiert. Die Gutwettersträhne hielt an und wir ließen einfach jeden Tag an einem anderen Strand die Seele baumeln. 

 

Die Isla Carenero, ein kleines Inselchen direkt bei "unserer" Insel Bastimentos, hat es uns angetan: Türkisfarbenes, ruhiges Meer, einsamer, von Palmen gesäumter Strand,  traumhafte Hütten im Wasser...

 

... Hier ließe es sich eindeutig aushalten. Wären da nicht die fiesen Sandfliegen, deren zahlreiche Bisse schrecklich jucken - und das auch noch ziemlich lange. Unsere Beine waren nach dem zweiten Tag übersät mit kleinen roten Flecken. Allerdings haben wir bei einer leckeren Piña Colada vom Kellner der Bar einen Tipp bekommen: Kokosöl mit Zitronengras. Wir machten uns also auf in die nächste Farmacia (Apotheke) und sind seitdem gewappnet gegen diese lästigen Biester. Die Mischung funktioniert nicht nur als Insektenabwehr, sondern riecht auch noch dazu sehr lecker :)

Enttäuscht waren wir vom Seestern-Strand (Playa Estrella), zu dem wir nach unserem Umzug auf die Hauptinsel Colón gefahren sind. Der Strand bestand aus einem kaum einen Meter breiten Streifen Sand, ansonsten hat sich ein Fresszelt neben das andere gereiht, aus denen auch noch jeweils die Lieblingsmusik des Besitzers dröhnte. Mit den im Wasser dümpelnden, Bier trinkenden Einheimischen ergab das Ganze ein grotteskes Bild, das ganz und gar nicht unserer Vorstellung eines romantischen Strands mit vielen Seesternen entsprach. Apropos: Davon sollte es angeblich etliche geben, wir sind jedoch den ganzen Strand abgelaufen und nur zwei der schönen Meeresbewohner finden können. 

Unser letzter Strand auf Colón war Playa Bluff, zu dem wir mit Leihfahrrädern gefahren sind. Ein herrliches Gefühl, so mit dem Fahrrad durch Panama zu fahren :)

Auf dem Rückweg lud uns eine Strandbar zu einer kurzen Pause ein. Auf einem Sofa mit direktem Blick auf's Meer haben wir mit einem Eiskaffee und einer hausgemachten Limonade noch die letzten Sonnenstrahlen genossen. 

Oh, wie schön ist Panama!

Kommentare: 1
  • #1

    Kathleen (Freitag, 24 Oktober 2014 17:59)

    Wirklich tolle Bilder und schöne Momente habt ihr bisher erlebt! Euer Block ist super und ich freu mich immer Neuigkeiten von euch zu lesen