Auf Darwins Spuren

Zwei Stunden Flugzeit und eine Zeitzone trennen den Nationalpark der Galapagos-Inseln vom Festland.


Die Inseln von Galapagos. Wir waren auf Isabela (die größte), Santa Cruz (die größere runde rechts), San Cristóbal (die kleine Insel rechts neben Santa Cruz) und Seymour Norte (das Zipfelchen direkt oberhalb von Santa Cruz)
Die Inseln von Galapagos. Wir waren auf Isabela (die größte), Santa Cruz (die größere runde rechts), San Cristóbal (die kleine Insel rechts neben Santa Cruz) und Seymour Norte (das Zipfelchen direkt oberhalb von Santa Cruz)

Die meisten Touristen buchen sich auf einem Schiff ein, das sie in mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Touren durch die Inselgruppe fährt. Wir hatten uns aufgrund der horrenden Preise dagegen entschieden und wollten versuchen, Galapagos auf eigene Faust zu entdecken. Da wir im Vornherein nichts außer der ersten Nacht in einem Hotel organisiert hatten, mussten wir die sieben Tage selbst so gut wie möglich füllen. Und so sah die Woche dann schließlich aus:

 

Tag 1 (9.11.)

Insel: Santa Cruz

 

Unser erster Eindruck von Galapagos: Hier sieht es landschaftlich aus wie auf dem Mond. Zumindest wenn auf dem Mond Sträucher wachsen würden.

Mit dem Shuttlebus ging es vom Flughafen zum Steg von Baltra, der Flughafeninsel, nach Santa Cruz und anschließend einstündige Fahrt über die Insel nach Puerto Ayora, die einzige größere Stadt auf Santa Cruz. Die Natur hat sich mit jedem Kilometer gewandelt, wurde immer grüner.

Check-in im Hotel España und dann Organisation unseres Aufenthalts (Unterkunft, Überblick über Touren). Nach etlichen Überlegungen haben wir uns gegen eine der typischen mehrtägigen Schiffstouren entschieden, von Tagesausflügen hätten wir bei einer Reisezeit von nur sieben Tagen deutlich mehr. In einem der Tour-Büros ließen wir uns ein Komplett-Programm für die Zeit vom 14.-16.11. erstellen für insgesamt 382$/Person (inkl. Privatapartment für 45$/Nacht). Die Tage vorher wollten wir auf einer anderen Insel selbst gestalten. Nach so erfolgreicher Organisation gab es zum Abendessen in einer belebten Straße Fleisch/Fisch vom Grill, Riesen-Maiskolben und frische Fruchtsäfte – für nur ungefähr 7-9$/Person, was deutlich günstiger war, als wir erwartet hätten. 

Tag 2 (10.11.)

Insel: Santa Cruz / Isabela


Direkt nach dem Frühstück haben wir die Darwin-Station besucht, wo hauptsächlich Landschildkröten aufgezogen und deren Daten erfasst und weiter erforscht werden. Mittags entspannte zweistündige Überfahrt nach Isla Isabela und Check-in im Caleta Iguana. Soooo schönes Hostel direkt am Strand. Toller Sonnenuntergang. Essen in einem Restaurant für Einheimische für 7$ für eine sehr große Portion.

Tag 3 (11.11.)

Insel: Isabela


Wir haben uns morgens Fahrräder geliehen und sind damit zur Muro de las Lágrimas (Tränenmauer) gefahren, einem Denkmal an ehemalige Sträflinge, die unter härtesten Bedingungen der Zwangsarbeit eine sinnlose Mauer bauen mussten. Der Weg dahin war ganz schön anstrengend, aber landschaftlich toll. Abends wieder Essen gegangen, weil wir ja keine Küche hatten. Diesmal für 5$ das Menü. Wer bitte hat uns erzählt, Galapagos wäre so teuer? Hier kann man deutlich billiger essen/trinken als überall, wo wir bisher waren!

Tag 4 (12.11.)

Insel: Isabela


Für diesen Tag haben unsere erste Tour gebucht. Sie ging zu einem bekannten Schorchelort, genannt Los túneles (85$). Das Schnorcheln war super, wir haben Riffhaie, Seepferdchen, viele Fische und sogar Meeresschildkröten gesehen. Leider waren wir trotz (kurzärmeligen) Neoprenanzug nach einer dreiviertel Stunde durchgefroren und kamen nur noch mit Mühe für den zweiten 20-Minütigen Schnorchelgang ins Wasser. Allerdings gibt es einen sehr hilfreichen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Trick: In den Anzug pinkeln ;) Aber bevor man erfriert...

Tag 5 (13.11.)

Insel: Isabela / Santa Cruz


Alena hat morgens noch eine vierstündige Wander-Tour zum (noch aktiven) Vulkan Sierra Negra gemacht (35$), während Kristina lieber im Städtchen Puerto Villamil geblieben ist. Punktgenaue Rückkehr zur Abfahrt der Fähre um 15Uhr, Ankunft auf Santa Cruz um 17 Uhr, Beziehen unseres Apartments. Um kurz nach acht kam der freundliche Typ aus dem Tour-Büro vom ersten Tag vorbei, der den in Ecuador nicht unüblichen Vornamen Stalin trug und hat mit und für uns Caipirinhas gemixt. Herrlich, da saßen wir also in einem Apartment auf den Galapagos-Inseln und haben mit einem Einheimischen selbstgemachten Caipi getrunken und das Meer rauschen gehört. Das hätte uns keine Schiffstour der Welt bieten können.

Tag 6 (14.11.)

Insel: Seymour Norte


Start der teuersten Tagestour unseres Programms (160$/Person) nach Seymour Norte um 8 Uhr. Sehr komfortables Boot mit warmem Mittagsessen, Snack aus rohem Lachs, gratis Wasser zum Nachfüllen und kleinen Naschereien. Erst fuhren wir zum wunderschönen Strand Playa Las Bachas (soooo weicher Sand) und wurden bei der Flamingolagune enttäuscht, da die Vögel an diesem Tag anscheinend keine Lust auf die Lagune hatten. Dann weiter nach Seymour. Dort gesehen: Fregattvögel, Blaufußtölpel, Seelöwen. Die Tour war schon schön, aber wir haben uns trotzdem gefragt, was daran 160$ kosten sollte...

Tag 7 (15.11.)

Insel: San Cristóbal


Treffpunkt 6.50 Uhr am Dock von Puerto Ayora zur Überfahrt nach San Cristóbal (60$ Hin-und Rückfahrt). Dieses frühe Aufstehen nagte langsam an uns, wir waren übermüdet und waren von den Pritschen im Apartment schon ein bisschen steif. Dann erwartete uns auch noch die schlimmste Bootsfahrt des Aufenthalts, uns tut am nächsten Tag dann wirklich endgültig alles weh. Die Boote, die für diese Überfahrten verwendet werden, fühlen sich nämlich an wie überdachte Hochgeschwindigkeits-Nussschalen aus Hartplastik. Wenn das Meer rau ist und die Wellen hoch, wird wegen der Geschwindigkeit das Wasser betonhart und wir als Passagiere dementsprechend hart durchgeschüttelt. Unsere armen Rücken...

Auf San Cristóbal sind wir zu La Lobería gelaufen, einem Strand, der bekannt ist für seine Seelöwenkolonie. Beim Schnorcheln dort gab's nochmal Schildkröten zu sehen und natürlich auch die Robben. Das Gefühl, keine zehn Meter vom Strand entfernt seinen Kopf unter Waser zu halten und Flosse an Fuß mit metergroßen Schildkröten zu schwimmen, ist schon wirklich sehr einmalig. Zum Abschluss unseres leider nur sehr kurzen Besuchs auf San Cristóbal waren wir noch im Centro de Interpretación, wo auf anschauliche Weise viel über Geschichte und Gegebenheiten rund um Galapagos gezeigt wird. Um 15 Uhr ging es schon wieder zurück nach Santa Cruz, wo wir abends nur noch schnell gekocht haben und noch schneller ins Bett gefallen sind.

Tag der Abreise (16.11.)

Insel: Santa Cruz


Völlig fertig vom Vortag klingelt der Wecker schon wieder um 6, wir fühlen uns wie gerädert. Allerdings haben wir uns das ja selbst zuzuschreiben. Um auch noch die letzten Stunden vor dem Flug um kurz vor eins zu nutzen, haben wir uns von Stalin, besagten Tour-Büro-Betreiber, zu einer Highland-Tour (50$ gesamt) überreden lassen. Diese war allerdings ein Reinfall: für einen viertelstündigen Spaziergang durch den Garten einer Ranch mit Schildkröten und einem unglaublich unspektakulären unterirdischem Tunnel müssen wir 3$ zahlen, obwohl wir dachten, bei der Tour für 50$ wäre alles schon dabei... Wir haben Aufstand gemacht, aber auch das hat nichts gebracht. Der letzte Stopp vor dem Ende der Tour am Flughafen waren die beiden Vulkan-Krater Los Gemelos. Da uns aber eh schon alles genervt hat, konnten wir uns dafür leider nicht mehr groß begeistern. Alena ist dann zu allem Überfluss auch noch rätselhafterweise übel, erste Bauchkrämpfe machen sich bemerkbar. Auch bei Kristina kam während des Fluges Übelkeit auf. Na klasse, dachten wir uns, und in diesem Zustand sollten wir eine Nacht am Flughafen von Quito verbringen, ehe unser Anschlussflug nach Lima/Peru am nächsten Morgen um 6 Uhr geht. Das konnte ja heiter werden...

Und tatsächlich haben wir fast kein Auge zugetan. Obwohl wir problemlos auf den Sofas und in den Sesseln der zahlreichen Flughafencafés hätten schlafen können, gab es nicht eine Stunde, in der wir nicht von den Sicherheitsleuten geweckt und immer wieder aufgefordert wurden, uns hinzusetzen, da liegen und schlafen hier nicht erlaubt sei. Wir wären den beiden Männern am liebsten an die Gurgel gegangen!! Uns ging es immer schlechter, der Magen rumorte, die Übelkeit nahm zu und nicht einmal schlafen ließen sie uns! Dementsprechend matt und mehr tot als lebendig sind wir ins Flugzeug nach Lima gestiegen – mit Sitzen extra weit hinten, damit wir immer ein Klo in der Nähe hatten. Als wir schließlich um acht in Lima gelandet sind, muss sich unserem Couchsurfer José, der uns am Flughafen abgeholt hat, ein elendes Bild geboten haben. Krank, übermüdet und genervt - Was für ein Start für unser nächstes Reiseziel Peru.

 

PS: Wir haben für diese sieben Tage auf Galapagos letztendlich ca. 600€ ausgegeben (inkl. der 80€ Nationalpark-Eintrittsgebühr, die beim Landen auf Baltra fällig sind). Eine Bootstour der gleichen Dauer hätte bei 1200€ angefangen. Unser Fazit also: Man kann bedenkenlos auf eigene Faust nach Galapagos, zumindest in der Nebensaison, und sieht mindestens genauso viel wie bei einer mehrtägigen Bootstour (und außerdem auch nur das, was man sehen will. Auf einem Schiff hat man keine Wahl, das fährt die vorgegebene Route).

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Kommentare: 4
  • #1

    Mama (Dienstag, 18 November 2014 08:11)

    Auf diese Bilder bin ich ja total gespannt

  • #2

    Niklas (Dienstag, 18 November 2014 13:21)

    Da kann ich meiner Tante nur zustimmen ;)

  • #3

    Michaela (Donnerstag, 20 November 2014 18:21)

    Huhu Mädels :) Oh ihr habt so einen tollen Blog!! War schön euch kennenzulernen!! Reist gut weiter! Ich bin neidisch ohne Ende! ;)

  • #4

    Alica (Dienstag, 02 Dezember 2014 21:56)

    Oh schön, das klingt nach ner tollen Woche! Und besser, ihr habt jetzt mehr Geld als gedacht, als zu wenig^^ Passt noch gut auf euch auf :-*