Farmleben oder Die Zeit zwischen Pflaumen

Am Morgen des 21.2. - nach der tatsächlich ersten reibungslosen Busfahrt in Argentinien – wurden wir wie abgemacht von Claudia vom Busbahnhof in San Rafael abgeholt, die von ihren Töchtern Gabrielle (5) und Armelle (7) begleitet wurde. Zusammen mit Guillaume war das die Familie, der wir die nächsten zwei Wochen bei der Pflaumenernte helfen wollten. Unbezahlte Hilfe gegen Kost und Logis, was modern ausgedrückt Workaway oder Wooofing heißt.

Da schon die Namen vermuten lassen, dass die Familie nicht ursprünglich aus Argentinien stammt, hier die Erklärung:

Claudia ist in Dresden geboren, mit wenigen Jahren aber mit ihren Eltern in die USA ausgewandert. Sie spricht trotzdem fließend Deutsch und natürlich Englisch.

Guillaume, ihr Mann, ist Franzose und hat einem unglaublichen Groll auf sein Vaterland. Jahrzehntelang hatte er in Paris seinen eigenen Weinladen. Dort haben die beiden auch gemeinsam gewohnt, bevor sie nach Argentinien ausgewandert sind. Dazu kam es, weil Claudias Vater schon dort war und seine Tochter mit Schwiegersohn eingeladen hat, ihm mit seiner Finca zu helfen. Gesagt, getan. Die beiden sind ausgewandert, die ältere Armelle schon mit im Gepäck. Da Guillaume schon in Frankreich seine eigenen Weinberge hatte, haben sie beschlossen, auch in Argentinien wieder Wein anzubauen.

Gabrielle (oft auch Gabriela genannt, angepasst ans Spanische), wurde in San Rafael geboren und jetzt geht das internationale Chaos los:

Neben uns als Helfer gab es noch Jason, einen Amerikaner (34), der seiner Heimat aus den verschiedensten Gründen den Rücken zugekehrt hat und in Zukunft in Europa leben möchte – aber erst nachdem er seine Südamerika-Reise beendet hat. Und es gab Clementine, eine 20-jährige Französin auf der Flucht vor ihrem Studienabbruch, die erst zwei Tage nach uns ankam. Wir vier haben untereinander Englisch gesprochen, Claudia mit uns beiden Mädels Deutsch, Clementine mit dem Ehepaar Französisch, die beiden Töchter mit allen inkl. Mama und Papa ein Gemisch aus Englisch (die konnten nämlich dank Claudia schon sehr gut Englisch) und Spanisch, untereinander hingegen nur Spanisch, die Eltern aber haben ihre Kinder nur in Französisch angesprochen. Und wenn wir alle zusammen am Tisch saßen war wieder Englisch angesagt. Aaaahhh! Wir können euch jetzt schon sagen, dass die zwei Wochen eine wahre sprachliche Herausforderung darstellten.


Die Finca mit dem Namen Las Cimas, zu der uns Claudia brachte, lag mitten im Nirgendwo. Weit und breit sah man nur Weinfelder (ja, denn es waren keine Berge!), Obstbäume, viel Brachland und am Horizont die Anden. Idylle pur nach so vielen Städten, die wir in den vorigen Wochen besucht hatten.

Da es Samstag war, eigentlich ein Arbeitstag, wurden wir gleich nach unserer Ankunft mit einer Aufgabe betraut. Direkt mit der Pflaumenernte zu beginnen, wäre etwas übertrieben gewesen, das hatte bis Montag Zeit. Also sollten wir Tomaten schneiden, aus denen Claudia dann Tomatensauce gekocht hat. Mit 40kg rotem Gemüse haben wir so unseren ersten Nachmittag verbracht, bei Sonnenschein im wunderschönen Garten der Finca, mit direktem Blick auf den Wein.  


Sonntag ist bei der Familie Ruhetag, also durften wir entspannen und faul den Tag genießen.

Aber dann ging es am Montag endlich los mit der Arbeit. Aufstehen um kurz vor sieben (also auch kurz vor Sonnenaufgang) und dann ab auf's Feld. Guillaume erklärte uns, wie unsere Vorgänger-Helfer vorgegangen sind und stattete uns mit Handschuhen, Kisten, Stöcken und einem Netz aus. Das Netz haben wir immer unter einem Baum um den Stamm herum ausgebreitet, mit den Stöcken die Früchte von den Ästen geschlagen und anschließend vom Netz direkt in die Kisten gefüllt.  

Kiste für Kiste gingen wir von Baum zu Baum, bis Mittags unsere Arbeitszeit vorüber war. Abends kam Clementine, die Französin an und unterstützte uns und Jason die zwei Wochen. Die Pflaumen brachte Guillaume übrigens zum Nachbarn, der sie trocknete und dann weiter verkaufte.  

Gleich am zweiten Tag begann es nachmittags zu regnen und wir konnten nicht mehr viel tun. Der Regen hat sich dann auch hartnäckig bis zum Abend des Folgetages gehalten, sodass die Pflaumenernte buchstäblich ins Wasser fiel. Guillaume und Claudia waren nämlich so nett und meinten, dass wir bei Regen nicht raus müssen.

Aber bevor hier ein falscher Eindruck entsteht – das Ehepaar war zwar in ein paar Punkten wie dem bezüglich der Arbeit nett, aber vor allem zwischenmenschlich hatten sie wirklich ein Rad ab. Das haben wir schon nach diesem Regentag bemerkt, den wir von morgens bis abends gemeinsam mit der Familie im Haus verbracht haben. Ein paar konkrete Beispiele, die während der vierzehn Tage passiert sind? Am nervigsten war wahrscheinlich, dass Guillaume keine Gelegenheit ausgelassen hat, uns vier Helfer davon überzeugen zu wollen, dass die Zukunft von Europa düster aussieht und dass am besten jeder, der bei Verstand ist, sich so schnell wie möglich eine Alternative sucht. Ganz besonders in Frankreich wird der arme Bürger von der Regierung hintergangen und ihm wird das Geld durch exorbitant hohe Steuern aus der Tasche gezogen, kaum dass er es verdient hat. Das Geld hätte trotz guter Bilanz der Weingeschäfte nicht gereicht, um eine Wohnung größer als ihr jetziges Wohnzimmer zu bezahlen. Hier in Argentinien hingegen wäre die Familie ja so frei und niemandem für irgendwas Rechenschaft schuldig.

Auf der anderen Seite betonte Guillaume aber auch immer wieder, dass man in Argentinien niemandem trauen kann, nicht mal oder schon gar nicht den Nachbarn. Wenn einmal das Grundstück unbeaufsichtigt ist, dann kann es gut sein, dass ein Dieb seine Chance nutzt und sonst was klaut. Kettensägen, Hühner, Wertgegenstände aus dem Haus. Ganze Anhänger – einfach alles. Also musste immer jemand im oder zumindest sehr nahe am Haus sein. IMMER. Das bedeutete im Klartext, dass wenn Guillaume draußen mit dem Traktor in den Weinfeldern unterwegs war, Claudia oder wir im Haus sein mussten, um es zu „bewachen“. Wenn man weiter denkt, hat das auch zur Folge, dass die Familie nie in den Urlaub fahren kann, ohne nicht vorher einen Aufpasser für ihr Anwesen zu finden, ja nicht mal ein kurzen Ausflug können sie sich erlauben oder dass Claudia nicht gleichzeitig in die Stadt fahren kann, wenn Guillaume gerade auf einer anderen Finca arbeitet und dort aushilft.

Außerdem verliert der Peso immer mehr an Wert, was die Familie zwingt, immer mehr zu sparen oder eben auf Dinge wie bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Die Angestellten sind alles andere als zuverlässig, Geschäftspartner tauchen einfach grundlos zu wichtigen Treffen nicht auf – was die Ernte in Gefahr bringt.

Und nicht zuletzt ist die Finca so weit außerhalb, dass man mit dem Auto 40 Minuten bis in das Städtchen San Rafael braucht. Die Töchter müssen immer in die Schule gefahren und auch wieder abgeholt werden – zu jeweils zwei verschiedenen Uhrzeiten, weil ihre Stundenpläne nicht gleich sind. All das hat für uns rein gar nichts mit Freiheit zu tun, es schränkt ein und nimmt einem doch eher den Freiraum. Aber vor allem Guillaume hielt daran fest, dass Argentinien für ihn sein heiliges Land ist. Uns blieb am Ende nur noch übrig, mit den Augen zu rollen. Denn wenn jemand so ein verschobenes Weltbild hat, dann ist jegliche Gegenrede sowieso sinnlos.

Andere Beispiele für die Verrücktheit von Claudia und Guillaume:

  • Wir haben unsere fünf Stunden gearbeitet und im Garten die Sonne genossen, während wir den beiden den Gefallen getan haben, auf das Anwesen aufzupassen, weil sie einen Termin mit ihrem Anwalt hatten. Als sie zurück kamen, hat Claudia getobt, warum es denn im Wohnzimmer aussähe wie im Saustall, überall liegen unsere Sachen (es lagen zwei Ladekabel und ein Notizbuch auf dem Esstisch) und überhaupt, das hier wäre doch kein Hotel! Ein „Danke für's Aufpassen auf's Haus“ hätte es auch getan. Aber gern geschehen, Claudia...

  • statt uns direkt zu sagen, was sie von uns wollen, wo wir mit anpacken sollen, bekamen wir immer nur unterschwellige Hinweise à la „Armelle! Gabrielle! Es ist ACHT Uhr und ihr kommt jetzt sofort duschen!! Und gegessen haben wir auch noch nicht!“ Hättet ihr erraten, dass das heißen sollte, wir vier Helfer sollen bitte schon mal anfangen, das Abendessen zuzubereiten...?

  • Guillaume ist öfter mal während des Essens ohne Ankündigung aufgestanden, hat eines der Mädchen (meistens Gabriela) gepackt und dann hat man nur noch ein paar dumpfe Schläge aus dem Kinderzimmer und daraufhin Kindergeweine gehört. Einmal kam Guillaume mit einem fast triumphierenden Gesicht wieder an den Tisch und meinte, als wäre es das normalste der Welt: „Dafür haben Kinder Hintern. Dass man ordentlich drauf hauen kann.“

  • von Guillaumes Alkoholproblem und der Ehekrise wollen wir eigentlich gar nicht anfangen...

Und so weiter und so fort. Wenn wir hier jetzt alles aufzählen würden, was wir schräges erlebt haben auf dieser Finca, dann säßen wir wahrscheinlich auch in ein paar Tagen noch an der Auflistung. Es war einfach die Grundstimmung, die schräg war. Nach nur wenigen Tagen fühlten wir vier Workaways uns so unsicher, was wir tun sollten und was wir besser ließen, weil Claudia mit nichts zufrieden war, was wir taten. Halfen wir beim Kochen, musste sie im wahrsten Sinne immer ihren Senf dazu geben und betonen, was sie anders macht (→ besser!). Halfen wir nicht, hat sie sich beklagt, dass immer die ganze Arbeit an ihr hängen blieb.


Gut, jetzt aber Schluss, ihr habt einen Eindruck davon bekommen, wie seltsam es dort war. Wir haben aber auch ein paar wirklich schöne Dinge in San Rafael erlebt. Zum Einen hat es uns allen, also uns vieren, wirklich gut unser Miteinander untereinander gefallen, da war das Arbeiten fast wie eine Auszeit. Immerhin hatten wir in den täglichen fünf Stunden zwischen den Pflaumenbäumen unsere Ruhe vor Guillaume und Claudia. Zum Anderen haben ein paar sehr schöne und witzige Dinge in unserer Freizeit unternommen. An einem Nachmittag waren wir z.B. in der nahe gelegenen Bodega Iaccarini, wo wir eine kostenlose Führung durch die Produktionshalle und den Weinkeller mit anschließender Weinverkostung bekamen.  

An unseren beiden komplett freien Tagen haben wir zusammen einen Ausflug unternommen, den wir ganz und gar nicht geplant haben, der aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb echt lustig war.

Wir haben am Sonntag Morgen ein Taxi gerufen, um zum Busbahnhof zu kommen (weder Guillaume noch Claudia wollten uns fahren, weil sie gerne früher gewusst hätten, wo wir in unserer freien Zeit hin fahren. Aber wenn wir uns bis zum letzten Moment nicht entschieden können, müssen wir eben auch mit den Konsequenzen leben, dass wir auch alles alleine organisieren müssen. Verstehen muss das keiner, oder?). Von dort aus sind wir einfach in einen Bus eingestiegen, der Richtung Valle Grande gefahren ist, von dem wir wussten, dass es ein beliebtes Wochenendziel in der Gegend war. Spontan sind wir an einem Stausee ausgestiegen, wo wir den Großteil des Tages badend und Sonne tankend verbracht haben. Zwischendrin waren wir noch in einem Restaurant schön was Mittagessen, mit einem tollen Blick auf den See. Auf dem Rückweg kamen wir zufälligerweise an einer Pferdevermietung vorbei, woraus sich durch lauter Zufälle eine Unterkunft für uns ergeben hat. Der Besitzer der Pferde kannte den Besitzer des besten Hotels im Dorf, der auch Ferienwohnungen vermietet. So bekamen wir eine der sogenannten Cabañas zu einem recht guten Preis (ca. 20€/Person), die mit allem ausgestattet war: Küche, Bad, Handtücher, Pool und das Frühstück wurde sogar zur vorher abgemachten Uhrzeit in die Hütte gebracht.

Am zweiten Tag sind wir morgens zwei Stunden ausgeritten – natürlich mit den Pferden des Tags zuvor kennengelernten Pferdeverleihers (es versteht sich, dass wir auch da wieder einen guten Preis ausgehandelt haben). Eigentlich dachten wir ja, dass wir auf der Finca zum Reiten kämen, da Claudia in der Anzeige über die Arbeit auf ihrer Farm direkt darauf hingewiesen hat. Es gab auch zwei Pferde, Bianca und Canela, doch keines von beiden durften wir reiten. Canela war nämlich trächtig und ging angeblich durch, wenn Bianca nicht in ihrer Nähe ist. Aber wenn wir doch eh nur auf dem riesigen Grundstück geblieben wär– ach, wir wollten ja mit den Skurrilitäten aufhören.

Nach dem Ausritt taten uns natürlich wieder allen unsere Beine weh (uns kam die schmerzliche Reiterfahrung in Tupiza/Bolivien wieder in den Sinn) und so kam es uns ganz recht, dass wir, obwohl wir schon ausgecheckt hatten, noch den ganzen Nachmittag am Hotelpool liegen durften. Unser Plan, einen bestimmten Bus zu erwischen, war eigentlich ganz einfach. Allerdings hatten wir auf eines nicht geachtet: Auf die Saison. Der Busfahrplan galt für die Sommersaison, doch die war mit dem gestrigen Sonntag zu Ende gegangen. Im Klartext hieß das, dass kein Bus mehr am Nachmittag fuhr, sondern nur ein einziger abends um acht. Mit dem wären wir aber erst spät abends zu Hause angekommen, immerhin war es eine Stunde Fahrt bis nach San Rafael und dann nochmal fast eine mit dem Taxi zur Finca. Und zu Essen gab es in dem ganzen Tal auch nichts, da alles entweder komplett geschlossen hatte (wie gesagt, Ende der Saison) oder erst nach der Siesta um sechs oder sieben aufmachte. Etwas verzweifelt haben wir nach einer Alternative gesucht und tatsächlich auch eine gefunden. Eine Reisegruppe haben wir gefragt, ob sie nicht noch ein paar Plätze im Bus frei hätten. Hatten sie, aber da die Touristen gerade beim Kajakfahren oder sonst wo waren, ginge es erst gegen sechs Uhr zurück nach San Rafael. Also fast zwei Stunden warten... Na, besser als vier. In der Zwischenzeit wollten wir doch noch unser Glück versuchen und was zu Essen auftreiben. Irgendein Kiosk musste doch offen sein! Und wie es das Schicksal wollte, haben wir an diesem Kiosk dann nicht nur was zu Knabbern gefunden, sondern auch noch eine viel bessere Mitfahrgelegenheit! Pepo, der den Tag über im Valle Grande gearbeitet hatte, war jetzt auf dem Heimweg zu seiner Finca, die einen Steinwurf von der unseren entfernt lag! Wir wurden also nicht nur kostenlos bis nach San Rafael mitgenommen, sondern haben uns auch noch das Taxigeld gespart, weil wir vor der Tür abgesetzt wurden. Einfach genial, vielen Dank an unseren Transportengel :-)


Die zweite Woche auf der Farm war von der Stimmung her besser, vielleicht haben beide Seiten diesen Abstand gebraucht, damit sich die Wogen glätten können. Neben dem Pflaumenpflücken haben wir einen Kuchenwettbewerb gestartet und fast jeden Tag einen anderen gebacken, weil wir ja so viele Früchte zur Verfügung hatten (Apfelstrudel vs. Feigentarte vs. Pflaumenmürbkuchen vs. Apfelkuchen vs. Pflaumenfeigenkreation vs. Pflaumencrumble). Am Ende war aber keiner der eindeutige Sieger, alle waren sooo lecker :-)

Und schwuppdiwupp war die Zeit auf der Finca las Cimas auch schon wieder vorbei. Einen tag vor uns sind Clementine und Jason nach Córdoba aufgebrochen, bevor wir am 7.3. von Claudia auch zum Busbahnhof gefahren wurden. Übrigens gab es da dann noch die Erklärung für ihr seltsames Verhalten: Es lag einzig an Jason, erzählte uns das Ehepaar. Der hätte sie mit seinem New Yorker Großstadtverhalten so auf die Palme gebracht, mit seiner Ungeduld und der Ignoranz, das hätten sie einfach nicht ausgehalten. Man, wie hinterfotzig, uns das im Nachhinein zu erzählen und es ihm gegenüber nicht mal auf seine Nachfrage hin zu beichten... Wie Claudia und Guillaume überhaupt auf diese Anschuldigungen kamen weiß der Teufel. Wir empfanden Jason als super nett und hatten eine gute und witzige Zeit mit ihm und Clementine. Was für ein seltsames Ehepaar...

Nachdem uns Claudia am Busbahnhof abgesetzt hatte, sind wir davon ausgegangen, auch gleich de nächsten Bus nach Mendoza nehmen zu können. Aber ganz untypisch waren keine Plätze mehr frei. Und für die darauffolgende Fahrt auch nicht mehr! So blieb uns nichts anderes übrig, als statt um 16 Uhr erst um halb sieben loszufahren. Wir haben's auf die südamerikanische Weise genommen und uns schon gar nicht mehr geärgert, sondern stattdessen einen leckeren Frappucchino in einem Café in der Sonne genossen.  


Um 22 Uhr kamen wir in Mendoza an und wurden von der Freundin unseres Couchsurfers Nico abgeholt. Da es Samstag war, wurden wir gleich dazu eingeladen, ihn und seine Freunde beim Weggehen und Feiern zu begleiten. Nach zwei Wochen absoluter Abgeschiedenheit kam uns daraufhin die Disco, zu der wir um drei Uhr (!!!) aufgebrochen sind, noch größer und voller vor als sie sowieso schon war. Gegen 7 haben wir den Heimweg angetreten und sind nach über 25 Stunden auf den Beinen todmüde ins Bett gefallen. Der nächste Tag war konsequenterweise eigentlich nur zum Schlafen und Filmschauen gut, was beim aufkommenden Gewitter am Abend auch die einzige Beschäftigungsmöglichkeit war.

Am Montag waren wir wieder aktiv und haben vormittags das Zentrum von Mendoza und einige andere Plätze abgeklappert. Wie wir schon vermutet haben, hat uns die Stadt nicht vom Hocker gehauen. Außerdem hatten viele Läden mal wieder Siesta und machten erst gegen 17 Uhr auf, weshalb uns nichts anderes übrig blieb, als einen von uns so geliebten Kaffee mit einem Stück Kuchen zu genießen.

Abends beim Nachhausekommen stellten wir dann fest, dass Nicos Mutter eine Art Fitnesstrainerin ist, da sie eine ihrer Privatstunden im Fitnessstudio in der Garage des Hauses gab. Nachdem sie uns auch noch ganz direkt als träge und wenig aktiv bezeichnet hat, blieb uns nichts anderes übrig als unseren inneren Schweinehund zu besiegen und bei ihrer Tae Boe Stunde, der letzten Trainingseinheit des Tages, mitzumachen. Obwohl diese Art Training, bei dem Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten wie Karate, Teakwondo oder Kickboxen mit Aerobic verbunden werden, auch in Zukunft nicht zu unseren Lieblingsbeschäftigungen gehören wird, tat es mal wieder richtig gut sich auszupowern, so richtig zu schwitzen und diesmal nicht nur, weil es schwül und heiß draußen ist und man in der Sonne herum läuft ;-)

Nach einem kurzen Fahrradausflug mit Nico am letzten Tag in Mendoza waren unsere Tage in Argentinien gezählt und eigentlich hätte es jetzt schon nach Neuseeland gehen können. Aber na gut, die zehn Tage Chile kriegen wir jetzt auch noch rum...


Kommentare: 3
  • #3

    Heinrichsalex (Samstag, 22 Oktober 2016 22:15)

    Hallo ich habe eine Frage zu eurem Aufenthalt in Argentinien auf der WeinFarm. Ihr sprecht von einer Claudia die aus Deutschland kommt und ihr Vater später nach Argentinien gezogen ist. Wisst ihr den Namen von dem Vater? Ihr und meine Mama suchen nach einem Klaus, er war hier in Deutschland lebte dann in den USa und hatte später weinfelder in Argentinien. Vielleicht ist er der, den wir suchen und ihr hättet vielleicht eine kontaktmöglichkeit?! :-)

    Ich bin erreichbar unter heinrichsalex@web.de

    Vielen Dank :-)

  • #2

    Meredith (Donnerstag, 15 September 2016 19:47)

    Hello! I'm an American who also worked on Finca Las Cimas with my sister in January of 2015. Your commentary of the "craziness" of Claudia and Guillaume made me laugh.

    I hope you're doing well and am glad that you are able to laugh at these two people....they were a weird part of our tour of Argentina, but I will never forget them. Their girls were so sweet and I think of them often and hope they aren't eroded by their parent's negativity.

    Cheers!
    Meredith

  • #1

    Guest (Freitag, 26 Juni 2015 17:08)

    It was interesting to read your article. There are a few facts about the people you describe. Their full names are Claudia Foetzsch and Guillaume de Kergorlay.
    I know for the fact that Guillaume hit his father-in-law and had a criminal lawsuit.
    It is also the fact that they still live on the property of Claudia’s father and his wife. It is finca which you visited and described in your article. It is not their property and they do not have the right to live there but they are not willing to move out voluntarily.